Ist PsychoAuction.com eine gnadenlose Psycho Abzocke?
Heute ist mir eine der genialsten und gleichzeitig skrupellosesten Geldruck Ideen seit langem über den Weg gelaufen.
In den Medien, 20 Minuten wie auch Andernorts, bin über Artikel gestossen welche sofort mein Interesse geweckt haben.
Sie haben über einen Berner namens Nicolas Dickreuter berichtet der bis vor kurzem noch als Banker bei den Lehman Brothers unter Vertrag stand, weshalb jetzt nicht mehr, kann sich wohl jeder denken, aber egal…
Dieser ehemalige Lehmann Banker ist nach reiflicher Überlegung auf eine absolut brillante Idee gekommen wie er den Leuten wie bis anhin für nichts, also ohne Gegenleistung, das Geld aus der Tasche ziehen kann und dabei trotzdem noch so viel wie möglich abkassieren kann. Diese Idee hat er auch sogleich in die Tat umgesetzt.
In der heutigen Zeit boomen die Auktionshäuser mehr als je zuvor und jeder möchte trotz der schwierigen Weltsituation trotzdem so günstig wie nur möglich an seine erträumten Gütern kommen.
Dieses Konzept hat er auf die Spitze getrieben mit einer neuen Auktions Plattform namens PsychoAuction.com.
Das Konzept ist so einfach wie es im Grunde genial ist!
Das Konzept

Jeder Artikel bei Psychoauction.com fängt bei einem Rappen initialgebot an und jede Auktion dauert fünf Minuten.
Jeder der Interesse am Artikel hat darf mitbieten, dazu braucht es nur einen kostenlosen Account und, jetzt kommt der Clou, ein Bieterguthaben.
Die Auktionen, wie bereits erwähnt, fangen bei einer Laufzeit von jeweils fünf Minuten an, und dann darf geboten werden, so lange bis keiner mehr bietet, denn die Auktionen hören nach diesen fünf Minuten nicht auf, sondern laufen so lange bis keiner mehr mitbietet!
Dabei verlängert sich die Auktionszeit jeweils um ein paar Minuten nach jedem Gebot, bzw wird auf einen bestimmten Zeitwert zurück gesetzt.
Unter 1.- Gebotswert springt die Uhr auf 5 Minuten Laufzeit zurück, ab 1.- Gebotswert springt die Uhr auf 4 Minuten zurück, bei 5.- sind es 3 Minuten, bei 10.- nur noch 2 Minuten und ab 25.- Gebotswert springt die Uhr nur noch auf eine einzige Minute Laufzeit zurück.

Also versteht es nicht falsch, es werde nicht für jedes Gebot die entsprechende Anzahl Minuten hinzugezählt, sondern die Uhr springt auf die Maximale Laufzeit des Angebotes zurück, das sind dann die angegebenen Minuten.
Wenn jemand 5 Sekunden vor Schluss mitmacht und das Angebot bei 26 Franken und 10 Rappen steht, dann springt die Uhr auf 1 Minute Laufzeit zurück, und das bei jedem einzelnen von irgend jemand abgegebenen Gebot.
Ich rede hier immer von Geboten, diese sind aber nicht im Sinn von Ebay oder Ricardo zu verstehen, da man keinen eigenen Preis angeben kann, sondern jedes abgegebene Gebot erhöht den Preis um einen einzigen Rappen nicht mehr und nicht weniger.
Nur einen einzigen Rappen!!!
Um ein Gebot abgeben zu können muss man, wie eingängig erwähnt erstmals ein Angebotsguthaben erwerben, für ca CHF 1.40 pro Gebot!
D.h. Man sieht bei Psychoauction.com einen Artikel der einen Interessiert, z.B. ein iPhone 3g, dann kauft man sich 10 Gebote für 12.60.- und bietet mit.
Klingt eigentlich simpel und nachvollziehbar, oder?
Der Clou dabei ist einerseits der künstlich erzeugte Zeitdruck von lediglich ein paar Minuten Zeit um das ersehnte Schnäppchen zu erwerben, dann sieht der Bieter nur den Endpreis von ein paar Franken vor Augen und vergisst dabei total wie viel Geld er schon in die Auktion gesteckt hat.

Irgendwann, nach zigmaligem bieten, wird einem dann klar dass man bereits viel zu viel Geld in das Gerät gesteckt hat um es nicht zu erwerben, denn denkt daran.. jedes abgegebene Gebot kostet bares Geld, egal ob man den Zuschlag für das Gerät am Ende dann erhält oder nicht.
In der Praxis sieht dass dann so aus dass ein iPhone 3g, bei einem vermeintlich super billigen Endpreis von Fr. 34.75 viel mehr kostet, denn wir erinnern uns, jedes Gebot für 1.40 treibt den Preis um 1 Rappen nach oben.
Wenn sich nun jemand wirklich ernsthaft für das Gerät interessiert wird er sich z.B. 50 Gebote zu 62.25 kaufen und diese dann immer wieder einsetzen, da aber die unzähligen und nicht genannten anderen Bieter das Selbe denken, werden die 50 Gebote nicht reichen, es müssen also weitere dazu gekauft werden, so ist man dann schnell mal bei 100 Geboten, wofür man dann 123.69 bezahlt hat. Das sind dann 123.69 die man in das System von PsychoAuction.com gesteckt hat, ohne einen Gegenwert zu erhalten. Nun stellt sich die Frage, steigt man aus und schreibt das Geld ab, oder investiert man lieber nochmals 123,69 um weitere 100 Gebote abgeben zu können?
Das perfide an diesem System ist, dass je mehr Geld man in das System steckt, desto verzweifelter versucht man den Zuschlag zu erhalten, denn ein Ausstieg hiesse den totalen Verlust seines investierten Geldes.
Ein Berechungsbeispiel
Wenn ein iPhone für Fr. 34.75 weg weht, sind das 3475 Rappen oder 3475 Bietereinheiten a Fr. 1.40
Dies macht einen Erlös für den Anbieter von Summa Summarum Fr 4’865.- für ein einziges iPhone.
In meinen Augen wird dieses System noch grotesker wenn man sich andere Auktionen ansieht, so werden z.B. auch 30 Schweizer Franken in Bar angeboten. Die Gebote auf diesen Artikel belaufen sich zum Zeitpunkt meines Schreibens auf Fr. 4.38. Heisst 438 Einheiten a jeweils 1.40 was wiederum Fr. 613.20 an Einnahmen ergibt!!! Davon muss der Anbieter dann lediglich 30 Franken weg nehmen und dem Bieter zukommen lassen, welcher seinerseits vorhin ja bereits schon eine Menge Geld in das Angebot investiert hat.
Der genannte Preis von 1.40 pro Gebot basiert auf dem Kauf von einem einzelnen Gebot, beim Kauf von grösseren Mengen ergibt sich ein Rabattstufen System welches einem ermöglicht vergünstigt Angebote zu erwerben.
Die Formulierungen sind dabei vorzüglich gewählt und suggerieren dem Nutzer wirklich ein Schnäppchen zu machen.
Mein Fazit
Um nochmals auf das oben erwähnte Berechnugsbeispiel zurück zu kommen, wenn nun also jemand den Zuschlag auf ein ersteigerte Gerät für Fr. 34.75 erhält, hat er einerseits schon ein kleines Vermögen investiert und im Umkehrschluss heisst dies, dass unzählige andere Bieter um mehr als Fr. 4’500.- gebracht wurden ohne dafür einen Gegenwert zu erhalten!!!
Dieses Konzept von PsychoAuction.com ist in meinen Augen mehr als fragwürdig. Es mag des Rechtens sein und vor dem Gesetzt bestehen, aber Moralisch finde ich es äusserst verwerflich.
Schlussendlich muss jedoch jeder für sich selber entscheiden ob er sich an so einer Auktion beteiligen möchte, oder nicht.
Da aber zu jeder Sekunde neue Bieter in ein laufendes Angebot einsteigen können, kann dementsprechend eine Auktion theoretisch bis ins unendliche gezogen werden. Die Uhr tickt unaufhörlich, der Preis steigt kontinuierlich und die eingesetzte Summe schmerzt immer mehr und mehr.
Nicht zu vergessen ist das je mehr sich an dieser Plattform beteiligen, desto geringer wird die Chance eine der laufenden (im Moment sieben) Auktionen zu gewinnen.
Wenn ich es mir genau überlege kann so ein geniales Geldumverteilungs Konzept wirklich nur von einem ehemaligen Lehman Brothers Banker stammen…
In diesem Sinne, haltet die Augen und Ohren offen und lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Denn wenn einem die Funktionsweise dieser Angebote vertraut ist und man sich dadurch nicht getrieben durch falsche Hoffnungen ins finanzielle Verderben stürzt, kann man sich durchaus auch darauf einlassen.
und für alle die es interessiert, ja ich habe einen Account gelöst und ja, ich habe mir, motiviert durch die super billigen Endpreise, auch ein Guthaben gekauft von 5 Geboten für Fr. 6.34. Gewonnen habe ich jedoch leider nichts
Nachtrag
Mittlerweile sind mehr als 24h vergangen seit ich die Plattform PsychoAuction.com gefunden habe und es ist sogar die einte oder andere Auktion beendet worden.
Die 30 Franken in Bar sind für stattliche Fr. 5.23 abgeschlossen worden, das macht für den Auktionator Einnahmen von rund Fr. 730.-
ABER die eingängig erwähnte iPhone Auktion läuft noch immer!!!! Unglaublich, oder? Die fünf Minuten Auktion läuft bereits seit mehr als 24 Stunden!!!

Die Gebote liegen bei Fr 43.89 was umgerechnet Einnahmen von mehr als Fr 6’000.- bedeuten!!!
Beziehungsweise, die genannten Zahlen bedeuten nur für den Betreiber der PsychoAuction.com Seite einen Gewinn, in Wirklichkeit bedeuten sie für ganz viele Menschen einen Verlust von zusammengefasst mehr als Fr 6’000 und Fr 730.- ohne jemals einen Gegenwert dafür erhalten zu haben!!!
Ich schreibe jetzt extra nichts zu der Lehman Brothers Vorgeschichte des Seitenbetreibers, um hier keinen Geldverbrennungs Vergleich nahe zu legen…
Und genau das ist es was mir bei diesem Konzept so überaus sauer aufstösst, deshalb heisst es für mich nun;

Ich werde euch aber auf dem Laufenden halten, ob und für wie viel Geld das iPhone dann schlussendlich den Besitzer gewechselt hat…
***Nachtrag***
Trommelwirbel… das iPhone hat einen neuen Besitzer gefunden… es ist für sage und schreibe Fr. 57.58 weg gegangen… in der Liste der abgelaufenen Auktionen habe ich noch ein iPhone erspäht welches für 46.28 gehandelt wurde bei PsychoAuction.com
Um nochmals die selbe Rechnung wie oben zu machen…
Fr 57.58 = 5758 Rappen
Fr. 46.28 = 4628 Rappen5758 + 4628 = 10’386
10’386 x Fr. 1.30 (Als Mittelwert) = Fr. 13’501.-
DREIZEHNTAUSENDFÜNFHUNDERTUNDEIN FRANKEN AN VERLOCHTEN EINNAHMEN FÜR ZWEI IPHONES!!!!
oder umgekehrt, die Mitbieter haben mal eben locker flockig Fr. 13’501.- verloren, verlocht, verzockt… ohne etwas dafür zu erhalten…
Absolut krass….
und komischerweise stehen auf der Startseite nur Hinweise auf super billige abgeschlossene Auktionen, welche aber schon älter sind als das iPhone, welches fast 48h beauktioniert worden ist…

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3.Juni 2009 um 12:22
Abgelegt unter: Rant, Schiefgewickelt, Tom erklärt
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Ausgezeichnet beschrieben!
Add a CommentUnd definitiv nichts für mich.
Hallo Tom
Add a CommentVIelen Dank für diesen Beitrag. ich hab das bei 20min.ch auch gesehen aber nur kurz überflogen ohne es wirklich zu studieren. Dank dir weiss ich nun wie es funktioniert. Geniale Idee die der Typ hatte.
Keine geniale Idee, Christian, sondern Abzocke vom Gröbsten.
Nennt sich Penny-Auktion oder ähnlich und ist meines Wissens an der Grenze zur Illegalität.
Blöd, dass die dummen Medienleute darauf reinfielen und Werbung machten.
Add a CommentHab die genau gleiche Rechnung gemacht und JA, ich habe auch einen Account eröffnet und 10 Gebote gekauft… diese aber noch nie angebraucht, da es wirklich nur verwerflich ist, wenn man bedenkt, wieviel der Typ für ein Handy kriegt..ich hoffe, der Spuck hat bald ein Ende.
Add a CommentDani
Nun ist also Penny Auction auch in der Schweiz angekommen… Danke Tom für deinen Artikel!
Add a CommentIch würde mal sagen das ist genau das gleiche oder ähnliche Prinzip wie bei Swoopo! Er hat es wie es aussieht nur kopiert!
Dazu gibts hier tolle Infos:
http://www.klonblog.com/2008/09/15/swoopo-geniales-auktionssystem-oder-halsabschneiderei/
Alex
Add a Comment@PharMama: Danke
Ich hab mich verleiten lassen und habs versucht, aber bin zum selben Ergebnis gekommen wie du, das ist nichts für mich …
@Christian: Gern geschehen.
Ich bin auch über 20min darauf aufmerksam geworden und bin ehrlich gesagt, im Nachhinein ziemlich überrascht wie positiv und wohlwollend der/die Artikel ausgefallen sind.
@Zonk: Für mich ist dieses Konzept total neu und ich war erst erfreut über die Berichte und nachdem ich mich damit beschäftigt habe, sehr erstaunt über den positiven Grundton der gelesenen Artikel.
@Dani: Da ging es dir wohl wie mir und den anderen angemeldeten Usern… Gut haben wir diese Masche sehr schnell durchschaut, das geht leider nicht allen Beteiligten so…
@Draven: Gern geschehen, danke für den Hinweis auf Penny Auctions, ich habe weder das Konzept noch den Namen davon bisher jemals gehört. Da steckt echt viel Abzockpotential drin.
Ich hoffe es werden mehr Leute diesen Artikel hier lesen als sich dort anmelden und dann ihr Geld verlieren…
@Alex W.: Stimmt, es scheint ein sehr ähniches Konzept zu sein, bei PsychoAuction.com fallen jedoch noch höhere Gewinne für den Betreiber ab, da er höhere Gebühren verlangt.
Add a CommentLehman-Banker, Jungunternehmer, innovativer Typ….?
FEHLANZEIGE!
Die Idee und auch die Umsetzung gibt es schon seit Jahren, siehe dazu zum Beispiel http://www.swoopo.de (ehemals telebid).
Es lohnt sich durchaus, nach telebid zu googeln, da erfährt man in den Foren einiges über das schwindlich machende Glücksspiel…
Anmerkung:
Add a CommentDass TA Media über 20 Minuten und Tagi für den Zocker-Typen mit seinem abgekupferten Geschäftsmodell über seine Zeitungsartikel ‘Werbung’ macht, ist mir schleierhaft. Meinungsbildung ist halt eben auch ein Geschäft.
@Adriano:
[ ] Lehman-Banker
[X] Jungunternehmer
[ ] Innovativer Typ
Es ist in der Tat schon sehr erstaunlich welche grosse Ähnlichkeit das Konzept und das Design mit Swoopo aufweisen.
Wie bereits geschrieben ist dies, für mich, ein bisher total unbekanntes Konzept.
Was ich nun nicht verstehe ist, warum sich scheinbar so viele Menschen daran beteiligen, denn auch auf Swoopo blüht der “Handel”…
Add a CommentDanke!
Add a CommentPer Google drauf gestossen, sehr gut erklärt und tolle Beispiele gerechnet. Merci!
Der reine Wahnsinn!!!
Im ersten Moment denkt man, cool, super Schnäppchen Angebote, aber wenn man dann genauer hinsieht und das Konzept versteht…..
Der Typ verdient sich dumm und dämlich und die die mitbietet verlochen ihr Geld…
Echt krass!!!
Danke Tom echt suuuupiii erklärt…
Add a Comment@FishermansFriend: Bitte gern geschehen, danke für deinen Besuch.
@Jenny: Das habe ich mir eben auch gedacht.. und ich finds einfach nur pervers…
und danke auch dir, es freut mich wenn euch meine investigativen Beiträge so zusagen, das motiviert ungemein um weiter zu machen
@Alle: Das iPhone wurde nun nach zwei Tagen Auktionslaufzeit, für eine fünf Minuten Auktion, versteigert…
Ich habe die Details in den Beitrag eingefügt…
Add a CommentGerade habe ich über Google Adsense noch den Hinweis auf Bietsau.de erhalten, bzw es wurde Werbung dafür eingeblendet…
Dieses Geldverlochauktionsprinzip scheint ja echt verbreitet zu sein… und dabei scheint es sogar noch ziemlich erfolgreich zu sein…
Das muss wie bei diesen Anruf-Spielshows im Fernsehen sein, bei denen keiner mitmacht, die sich aber trotzdem bereits seit Jahren hartnäckig im Programm halten…
Add a CommentIch habe die Berechnungen angeschaut und muss ihnen leider sagen, dass die Realitaet etwas anders aussieht. Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Gebote werden gekauft, und die meisten Gebote erhalten die Leute durch Einladungen und durch ihre neue Mitgliedschaft. Zu folgern, dass wenn auf ein Objekt 100 Gebote abgegeben wurden, die Einnahmen 140.— betragen, ist schlicht und einfach falsch, und zwar um ein Vielfaches.
Das Geschaeft ist im Moment noch nicht profitabel und kann daher wohl kaum als Abzocke beschrieben werden. Ein sehr grosser Anteil der Leute, die Gebote gekauft haben (sogar wenn nur wenige), gewinnen Objekte zu enormen discount Preisen. Die Berechnungen die da angestellt wurden, stammen offenbar von jemandem, der keine Ahnung davon hat, wie eine Kostenstruktur eines solchen Geschaeftes aussieht. Dazu werden die Einnahmen total ueberschaetzt.
Beste Gruesse
Nicolas Dickreuter
Add a CommentCEO
PsychoAuction ltd.
http://www.psychoAuction.com
@Nicolas: Sehr interessant. Dürften wir in diesem Falle ein wenig Einsicht in die Kostenstruktur, resp Hinweise zu den Unterlassungen in den vorliegenden Berechnungen erhalten? Logisch hat einjeder Anbieter Auslagen um sein Angebot an den Mann bringen zu können. Doch Hosting und Software sind überschaubar. Marketing kann aber, je nach Zielgruppe, ungeahnte Formen annehmen.
Add a Comment@Nicolas Dickreuter: Ihre Aussagen sind beliebig dehnbar. Auch ein unrentables Geschäft kann eine Abzocke sein, denn Abzocke bezieht sich auf die Art der Geschäftemacherei, nicht auf das Betriebsergebnis des Unternehmens. Wie Sie ja wissen, ist der Gewinn einer Firma sowieso buchhalterisch manipulierbar und dass man am Anfang wegen der Startinvestitionen Verluste schreibt ist der Normalfall.
Interessant wären konkrete Zahlen zum Umsatz in ein paar Monaten. Mir scheint ihr Geschäft eine wahre Goldgrube zu sein, selbst wenn man konservativ rechnet.
Add a Comment@ Nicolas Dickreuter:
Guten Tag und herzlich willkommen,
sie haben vollkommen recht, ich habe von der Berechung absolut keine Ahnung, für mich als Laie war diese Milchbuben Rechnung das naheliegendste um mir einen Überblick zu verschaffen.
Selbstverständlich müssen davon die Infrastrukturkosten usw abgezogen werden.
Alleine die Domains psychoauction.com und rappenauktion.ch und das Hosting bei Lunarpages können jedoch, meines Erachtens, nicht sonderlich gross ins Gewicht fallen.
Wenn ich mir die aktuellen Gebote anschaue ist der momentane Höhepunkt ein MacBook welches im Moment bei Fr 40.- steht und laut meiner Milchbuben Rechnung einen Umsatz von sicher Fr. 5’000.- generiert.
Genau dies ist für mich der Knackpunkt welcher für mich gegen dieses System spricht, 5000.- welche einfach mal so in den Wind geschossen werden von den Besuchern, ohne eine entsprechende Gegenleistung.
Ich bezweifle auch nicht, dass es das einte oder andere kostenlose Signup Gebot dabei hat, aber bei 4000 Geboten mag ich irgendwie nicht glauben, dass 500 neu registrierte Mitglieder mitbieten.
Bei einer Tombola sind die Gewinnnummern wenigstens fix vorgedruckt und alle haben die selbe Chance um einen Gewinn zu erzielen, nicht so aber bei diesen Penny Auktionen.
Ob nun ein Geschäft Profit abwirft oder nicht, ist alleine eine Frage des Konzeptes und des Marketings und hat nichts mit dem abzock Potential dieses Konzeptes zu tun.
Ich kann verstehen, dass sie von dieser Sichtweise nicht sehr erbaut sind, aber ich gehe davon aus, dass sie einen gewissen Wiederstand einkalkuliert haben und wohl sehr gut damit Leben können, so lange die Kasse nur klingelt
Beste Grüsse
Tom
Add a CommentCEO
Hinterzimmer Photography
Eine solche Idee kann ja nur von einem (Ex-) Banker kommen
Diese Leute haben das Geldmacher-/Abzocker-Gen für immer intus und haben Erfahrungen wie und womit man die Leute abzocken kann. Ich habe mich auch registriert und die gratis Gebote “investiert” aber bin nie auf die Idee gekommen weitere Gebote zu kaufen ….. habe diese “Geschäftsidee” schnell durchschaut. Ich bleibe lieber bei meinen seriösen Geschäften auch wenn ich damit nicht reich werde aber ich habe wenigstens Spass an meiner Arbeit und zocke die Leute nicht ab.
Add a CommentLeute was habt ihr alle seid ihr neidisch? nur weil jemand so clever war, und das ganze realisierte? Ich weitte 60% der user von psychoauction wissen nicht mal wie das gesamte system läuft.. dennoch jedem ist selber überlassen, ob er jemals neue gebote kaufen will oder nicht. Ich persönlich finde die seite genial (nicht das ich da einsteigen würde – nur rein von der idee her)
Add a CommentGenial ist anders => http://de.wikipedia.org/wiki/Genial
Add a CommentIch finde das Konzept genial und bin der Meinung, mehr Leute sollen auf eigene Initiative innerhalb des legalen Rahmens (!) versuchen, neue Einnahmen zu erschliessen.
Schade, dass es immer erst eine Krise braucht, damit die Leute erfinderisch und innovativ werden.
Spart euch doch die Energie, die euer Frust anstaut, um selber was Tolles auf die Beine zu stellen, statt andere anzuprangern.
Es ist naemlich immer einfacher jemanden zu kritisieren als es selber besser zu machen…
Add a CommentIch kann beim besten Willen nicht verstehen, was daran verwerflich sein soll. Die Grundidee ist klever, unabhängig von wem sie stammt, und jeder kennt genau die eigenen Konditionen, zu denen er am Spiel teilnimmt. Oder ist Lotto auch eine Abzocke? Über die minimen Gewinnchancen sind sich auch die wenigsten wirklich bewusst.
Einzig die Gefahr der Manipulation kann man nicht ausschliessen, dass halt im Backend der Webseite ein Auktion erst beendet wird (durch Fake Bids), wenn wirklich genug Geld reingeholt wurde.
Immer wieder erstaunlich, wie Missgunst und Neid in der Schweiz verbreitet ist.
Add a Commentich verstehe nicht ganz, warum ihr euch alle so aufregt.
klar, das system ist genial, in dem sinne, dass es dem betreiber viel geld bringt, angenommen die gebote werden auch wirklich gekauft.
aber jedem, der die seite anschaut, sollte doch sofort klar sein, wie das ganze funktioniert. und dann kann immernoch jeder für sich entscheiden, ob er mitmacht. wo liegt also das problem?
wenn leute freiwillig zum “glücksspiel” antreten wollen, und dafür bezahlen, dann sollen sie doch. das ganze ist im grunde genommen ein casino: ich kaufe eine bestimmte anzahl gebote und muss dann hoffen, dass genau dann, wenn ich eines meiner gebote einsetze kein anderer innerhalb der zeit bietet. reines glücksspiel, oder?
warum also nicht, wenn es leute gibt, die das gerne machen wollen…nur zu.
Add a CommentErstens ist die Idee ein alter Hut, da hat sich Nicolas äusserst wenig “kreativ” betätigt und zweitens ist eine Auktion != Glückspiel, aber offensichtlich sind das Details…
Add a CommentWarum bin ich nie auf eine solche Idee gekommen
Add a CommentDas ganze sieht aus wie eine unzulässige Lotterie. Gemäss Lotteriegesetz ist dies der Fall bei folgenden Konstellationen:
“Die Lotterien sind verboten.. [...] Als Lotterie gilt jede Veranstaltung, bei der gegen Leistung eines Einsatzes [...] ein vermögensrechtlicher Vorteil als Gewinn in Aussicht gestellt wird, über dessen Erwerbung [...] durch ein ähnliches auf Zufall gestelltes Mittel entschieden wird.”
Eine Lotterie ist wiederum nur dann zulässig wenn sie vorher bewilligt wurde.
Ob man den Auktionsgegenstand erwerben kann ist dem Zufall überlassen. Auch der oben schreibende “CEO” sagt ja, dass man die Kaufobjekte eigentlich eher “gewinnen” kann. Die zu kaufenden Gebote sind nichts anderes als Lose in der Gewinntombola …
Cheers
Add a CommentMoses
Hi Moses
Danke für deinen rechtlichen Hinweis. Tatsächlich ist eine soziale Umverteilung von den Bieterinnen und Bietern (folgend: Bieter) zum Auktionator und zum Gewinner wohl kaum zulässig, wenn es in Wirklichkeit ein Lotto zum kommerziellen, nicht gemeinnützigen Zweck ist. Nicht umsonst gibt es bei den Lotteriefonds die Auflage, dass ihre Gewinne gemeinnützigen Zielen zukommen müssen. Penny-Auktionen verstossen aber auch gegen das Vertragsrecht. Das zeigt man am besten an Toms Beispiel, wie es im 20minuten von heute für ein MacBook (1299.- Ladenpreis) wiedergegeben wird:
Ich zahle für das 3. und die folgenden Gebote 1.40, aber der tatsächliche Wert des Gebotes, gerechnet auf die Wahrscheinlichkeit des Zuschlages ist:
Wert (Gebot) = 1/(2 * Anzahl Gebote) * Minimum [(Marktpreis - Auktionspreis), Umsatz]
Wert (Gebot) = 1/(2 * 5852) * Minimum [(1299.- - 58.52), 5852.-] = 11 Rappen
11 Rappen ist also ist der tatsächliche Wert des Gebotes entsprechend der Wahrscheinlichkeit, als Gewinner von der Ersparnis zum Ladenpreis (1299-58.52 = 1248) tatsächlich zu profitieren. Das ist noch sehr zu gunsten von Dickreuter gerechnet, unter der Annahme nämlich dass nur die Hälfte der Gebote bezahlte Gebote sind. Dickreuters Ertrag ist jedoch nur für Dickreuter der Wert der Gebote. Der Wert für die Bieter muss korrekterweise als die entgangene Ersparnis der Verlierer berücksichtigt werden, nicht als der generierte Ertrag.
Der tatsächliche Wert aller Gebote für das Bieter-Kollektiv ist also:
Wert (alle Gebote) = 0.11 * 5852 = 644.-
Der Ertrag aus allen bezahlten Geboten ist aber viel höher.
Ertrag (alle Gebote) = 1.40 * 5852 / 2 = 4096 (wie in 20minuten berechnet)
Wobei man fairerweise den Ladenpreis des MacBook abziehen kann:
Gewinn (alle Gebote) = 1.40 * 5852 / 2 – 1299 = 2797
Gewinn (Gebot) = 2797 * 2 / 5852 = 0.96
Und was soll nun die Zahlenjonglage? – Hier kommt das Vertragsrecht ins Spiel, wonach ein Vertrag angepasst werden oder rückgängig gemacht werden muss, wenn eine Partei übermässige Vorteile aus dem Vertrag zieht und vor dem Vertragsschluss die geprellte Partei zu wenig informiert, diese also ködert.
Und nun kommt der wichtige Punkt: Wer bei Penny-Auktionen gegen Gebühr bietet, schliesst dadurch einen Vertrag mit dem Auktionator. Die Leistung der Bieter (-.96 pro Gebot / 2797.- für alle Gebote) steht aber zur Gegenleistung (-.11 pro Gebot / 644.- für alle Gebote) in einem krassen Ungleichgewicht. Der Vertrag muss also angepasst oder rückgängig gemacht werden.
Doch natürlich geht keiner vor Zivilgericht, um seine 11 Rappen oder das Vielfache davon zurückzufordern. Ausser einige Bieter eröffnen eine Homepage mit Link auf hinterzimmer.ch und einer Klage-Vorlage, um die ganzen 644.- zurückzufordern… Nicht sehr wahrscheinlich, oder…? Fazit: Penny-Auktionen sind eine geschützte Werkstatt für ihre Betreiber. Also kann ich nicht in den Lobgesang für diese Geschäftsidee mit einstimmen. Es ist ganz einfach mehr vom Gleichen: Ein kollektives Geschenk an die Bank oder den Online-Auktionator, ganz egal. Tja, wir haben ja alle schon einige Übung darin, die UBS haben wir schon letztes Jahr beglückt, mit rekordträchtigen 63 Milliarden Franken – das war eine richtige Wohlfühlspende…
Wenn ihr eure Kleinspenden von 1.40 sinnvoller einsetzen wollt als für soziale Umverteilung an Penny-Auktionatoren, bezahlt Tom für seinen guten Job. Wenn ihr alternative Einsatzmöglichkeiten für Kleinspenden sucht: aktionfinanzplatz.ch
Kienbäse
Add a CommentDanke für das ausführliche aufklärende Posting.
Add a CommentVon wegen innovativ… Das Auktionssystem kann jedermann und -frau für 19.99 EUR kaufen.
http://www.tradebit.com/filedetail.php/6866407-swoopotelebid-german-new
Für mich hat das mit Auktion nichts zu tun sondern sollte als Glückspiel betrachtet und verboten werden.
Man muss die Naiven und Leichtgläubigen schützen.
Martin
@All: Vielen Dank für die rege Beteiligung
@20min / Manuel Bühlmann: Vielen Dank für den Beitrag und die Erwähnung, ich bin wirklich überwältigt.
@Gerry: Ich sehe es ziemlich ähnlich wie du.
Leider sind wohl nicht alle so ehrlich (und wohl auch so arm wie wir)
@Marco: Du bringst es auf den Punkt:
Jaaa.. genau so ist es und genau das ist mein Problem mit dem System…
Das hat rein gar nichts mit Neid zu tun, sondern mit der Sorge um die übervorteilten Benutzer welche ihr Geld verlochen.
@Christoph:
Ich prange nicht die Idee an, dagegen ist ja im Grunde nichts einzuwenden, wenn sie richtig deklariert wird und somit, wie du richtig und wichtig erwähnt hast, im legalen Rahmen bleibt.
@Erich:
Tun sie eben nicht…
Die Frage nach dem Lotto ist wohl berechtigt.
Einer der grossen Unterschiede ist, wie bereits erwähnt, dass die Leute beim Lotto wissen dass sie an einem Glücksspiel teilnehmen und ein Teil der Einnahmen fliesst zurück in Gemeinnützige Investitionen.
Da muss ich dir leider recht geben, Neid und Missgunst sind ein weit verbreitetes Kulturgut in der Schweiz, lasst uns aktiv etwas dagegen unternehmen und mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen.
@Stefan:
Genau dort liegt das Problem.
Es sollte… ist es aber, auch dank der Aufmachung der Seite, eben nicht.
Sogar die Profis der verschiedensten Redaktionen sind dieser Masche erstmal aufgesessen, ohne sich des Systems bewusst zu sein, wie soll dann erst die weniger versierte Benutzerschaft die Glücksspiel Natur erkennen?
@Draven: Vielen Dank für deinen Einsatz hier, auch du triffst es vorzüglich.
Ein Glücksspiel ist kein Problem, so lange dieses auch entsprechend als eines Ausgewiesen und Gekennzeichnet ist…
@Michèle: Das habe ich mich auch schon gefragt
@Moses: Interessant, dass war mir nicht Bewusst. Dieser Passus gibt gleich nochmals ein anderes Licht auf dieses System…
@Kienbäse: wow… super interessant… Danke für die ganze Mühe die du dir gemacht hast mit deinem ausführlichen Kommentar.
Au ja .. dies nenne ich mal eine inovative und zukunftsweisende Idee, welcher mehr Menschen folge leisten sollten
@Martin: *lach* und das von dir verlinkte Script ist erst noch viel ansprechender und fortschrittlicher… nach diesem Kommentar werden solche Seiten sicher wie die Pilze aus dem Boden schiessen.
Add a Commenthabe die domain http://www.psychoauktion.com und http://www.psychoauktion.net mal auf die seite hier umgeleitet.
hoffe das geht ok für dich?
gruss
Add a CommentIch habe auch einen Account eröffnet und mir 25 Bids gekauft.
25 Bids sind so ca. CHF 30.- was ja nicht die Welt ist.
Es gab gestern eine laufende Auktion für CHF 150.-
Nun, man sieht unter jedem Gebot noch eine Premium Info, auf welcher man sieht, wieviele Leute einen Autobid eingestellt haben.
Bei 0 oder 1 zeigt es <2
Wenn ich nun auf dieses Gebot den Autobid mache, dann sehe ich wie sich die Zahl verändert. Zeigt es immernoch <2 an. Bist du der einzige und folglich, bietest du in den letzten Sekunden. Kommt dann ein zweiter mit Autobid. Nimmt das System immer den 2. und nicht mich.
So bin ich gestern bei einem Preis von 3.51 eingestiegen und schliesslich gewann ich die Auktion für CHF 3.82.
Für die Auktion brauchte ich gerade mal 10 Gebote.
Für mich also ein lohnendes Geschäft.
Also unter dem Stich bin ich nun über CHF 120.- reicher.
Und nun biete ich nicht mehr. Denn die Zahl der Mitglieder steigt, und so auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch ein zweites Mal die Nase vor hab.
Einen schönen Tag
Add a CommentDie eigentliche Frechheit ist das hier:
http://www.psychoauction.com/charity.php
Warum spenden sie nicht einen % betrag des GEWINNS ? Der Auktionsbetrag ist ein WITZ! Und das ist nur noch tränendrückerei skrupellose…
Add a CommentHi Leute, ich beteilige mich nur am Rande, wenn ich hier nen ernsthaften beitrag verfassen schreiben wollte, würde ich mich nur unnötig echauffieren. (Vom verbraten der Arbeitszeit abgesehen)
Irgendwie komisch, wie plötzlich jede Menge Personen ohne Nachnamen sich für Psychoauktion stark machen…
@Tom, hast du mal mit dem “Magic View of Admin” die IPs angeschaut? *gg* ich hatte mal eine ähnliche Diskussion auf meinem Blog, und da waren all die feurigen Verfechter des Topics ein und dieselbe Person…
Wieder mal ein geiler Post, regt zum Nachdenken an und das ist bei solchen Themen ein MUSS!!!
Add a CommentAn den Betreiber Nicolas Dickreuter
Von meiner Seite aus nur Gratulation an Ihnen hab die vielen Penny Auktionen wie Swoopo.de und Co leider zu spät entdeckt hätte auch sofort einen Clone in der Schweiz eröffnet Sie jedoch waren schneller.
Wissen Sie was ?
Sie müssen sich gar nicht dafür schämen sowas zu betreiben, solange es dumme Leute gibt die genauso gierig nach “Schnäppchen” sind ,sind solche Portal für mich persönlich völlig legitim.
Wir leben in eine GIER und GELDGEILHEIT Gesellschaft wer da nicht mitverdient ist selber schuld.
Wünsche Ihnen viel Erfolg und viel Geld mit Ihrem Portal;-)
Add a CommentWas ich nicht verstehe: Warum beginnt überhaupt jemand zu bieten? Für 0.01 erhält man sicher nicht den Zuschlag. Also sind die Fr. 1.40.- sicher falsch investiertes Geld.
Add a CommentDas Gleiche gilt natürlich auch für die weiteren Gebote. Also ist jeder blöd, der bei so tiefen Geboten bereits in eine Auktion einsteigt, oder?
Hallo zusammen
Alles schön und gut, aber in Wirklichkeit läuft die Sache noch viel dreister ab. Ich habe im Ausland mitgeholfen, ein solches System zu programmieren. Nachfolgend einige Informationen dazu:
Wie aus den abgeschlossenen Auktionen absolut unzweifelhaft ersichtlich ist, endet eine Auktion nicht, weil der Auktionspreis zu hoch gestiegen wäre, sondern weil zufälligerweise gerade niemand mehr geboten hat. Ob ein Notebook im Wert von ca. Fr. 1000.- nun für etwas über Fr. 20.- oder etwas über Fr. 30.- über den Tisch geht, ist unerheblich. Für den Käufer ist (oder wäre … dazu später mehr) es so oder so ein Schnäppchen. Somit ist leicht nachvollziehbar, dass nicht die Höhe das aktuellen Auktionspreises bestimmt, wo die Bieterkette abreisst, sondern es zu einem zufälligen Abriss der Bieterkette kommt. Dies könnte also auch bereits nach nur einem Gebot passieren. Wenn es bei der Auktion nur um Gratisgebote geht, ist dies für den Auktionsbetreiber nicht weiter schlimm. Anders sieht es da bei einem wertvollen Artikel, z.B. einem Notebook aus.
Es wäre nun naiv zu glauben, dass sich der Anbieter (Abzocker) bei teuren Auktionsgeräten dem Risiko eines raschen Bieterkettenabrisses aussetzt. Im System sind deshalb viele verschiedene System-Bieter-Nicks (Dummy-User) programmiert, welche immer dann zum Zug kommen, wenn die Bieterkette zu früh zu Ende wäre. In einem solchen Fall lässt das System die Bieterkette bei einer für den Betreiber noch zu tiefen Anzahl an Geboten nicht abreissen, sondern es wird automatisch das Gebot eines Dummy-Users eingestellt. Natürlich sind diese Dummy-User für die wirklichen User nicht erkennbar. Somit verhindert der Betreiber (Abzocker) dass ein teures Gerät nach nur wenigen Geboten endet und er mit der Auktion einen grossen Verlust einfahren würde. Seht einfach mal bei den beendeten Notebook-Auktionen nach, da ist keines für den Betreiber unrentabel geschlossen worden. Und dies obwohl es eigentlich bei normalem Betrieb völlig zufällig wäre, wann die Bieterkette abreist.
Tatsächlich ist es so, dass bei jeder Auktion die Bieterkette relativ früh abreissen würde, wenn nicht immer wieder Dummy-User Gebote eingeschoben würden. Das ganze Auktionssystem würde also in Wirklichkeit gar nie rentabel funktionieren.
Ist eine Auktion dank den Dummy-User-Geboten schlussendlich doch in den rentablen Bereich vorgestossen, so wird trotzdem nicht immer auf die Dummy-Gebote verzichtet. Schliesslich will man die richtigen Bieter ordentlich abzocken. Der Betreiber kann durch die Dummy-Gebote genau steuern, ich welchem Bereich er die Bieterkette abreissen lassen will. Will er abreissen lassen, lässt er keine Dummy-Gebote mehr automatisch einstellen. Oder noch perfieder, er lässt keine aufeinanderfolgenden Dummy-Gebote mehr zu. Mit anderen Worten, nach einem Dummy-Gebot wird das Abreissen der Bieterkette zugelassen, was natürlich nichts anderes bedeutet, als dass die Auktion zwangsläufig mit einem Dummy-Gebot enden wird. Der Betreiber muss in diesem für ihn optimalen Fall, das Gerät der Auktion gar niemandem liefern, da es sich ja bei dem Dummy-User um einen fiktiven, systemeigenen User handelt.
So, nun wisst Ihr, wie die Abzocke abläuft und gesteuert werden kann.
Jeder der auch nur einen Funken Verstand hat, lässt also lieber die Finger davon.
Alles Gute
Add a CommentTom
Sehr interessant zu lesen, Thomas Berger. Irgendwie hatte ich ja schon durchaus solche Vermutungen, wobei diese im vorliegenden Fall ja nicht unmittelbar zutreffen müssen. Die Dummy User scheinen Gestalt angenommen zu haben und auch hier im Blog sich für Penny-Auktion stark zu machen.
An alle die Judihui und was weiss ich schreien, bei Tele Bid Script findet ihr für nur £299 ein Script, bei dem ihr den Spass selbst eröffnen könnt. Inkl den Dummy Usern, wie Thomas sie beschreiben hat:
Aber wie bereits hier im Blog sich abzeichnet, gehört ein bisschen Arsch in der Hose dazu, sowas zu betreiben. Denn es ist wohl eine Frage der Zeit, bis sich die Justiz mit sowas befasst…
Add a CommentWozu diese Aufregung? Im Gegensatz zu dem was Lehmann Brothers tat, ist das Konzept einfach und durchschaubar. Transparenz total: Es liegt nun an jedem selbst, ober das Risiko auf sich nehmen will oder nicht. Über diese Freiheit soll doch jeder selbst eintscheiden können. Da sind doch nur die Neider einer genialen Idee am Werk die hier rumnörgeln.
Add a Comment@blubb: äh.. danke?
Damit hast du mich jetzt ziemlich überrascht, wie komme ich zu dieser Ehre?
@Max: Schön, dass für dich das Konzept offensichtlich funktioniert hat.
Somit bist du der erste Gewinner einer der “Auktionen”, der sich hier zu Worte gemeldet hat.
Ich bin gespannt ob noch mehr den Weg hier her finden werden
@B. Tharin: Sehr guter Hinweis, es ist wie du sagst, wenn die % vom Auktionsbetrag abgerechnet werden, ist es in der Tat nur eine Tränendrüsendrückerei um zu “zeigen” das hier wohltätige Menschen mit Herz sitzen, die sicherlich nichts böses wollen…
@Lyric: Nach einem Bericht auf der 20min Homepage mit einem Link zu diesem Beitrag sind die Besucherzahlen ziemlich nach oben gegangen, von daher bin ich überzeugt, auch nach einem Blick in den Admin Bereich, dass die Besucher echt sind.
und danke
@Otto:
Es ist also legitim die Unwissenheit anderer auszunutzen und sich daran zu bereichern, dass die “dummen Leute” auf die geschickte Masche mit den Auktionen hereinfällt?
Ich bin mir nicht sicher ob solch eine Argumentation wirklich jemanden überzeugt…
Mit dieser Einstellung wird es glaubs relativ schwer, die angeprangerte Gier und Geldgeilheit anzupacken und ihr entgegen zu wirken, oder nicht?
@Marc Haller:
Ich nehme an das es ide Hoffnung ist, dass kein Anderer mitgekriegt hat, dass die Auktion läuft.
Evtl. hat man ja Glück… wobei es eigentlich schon fast mehr Sinn macht sich am Anfang zu beteiligen, als bei einer Auktion welche schon von 500 Leuten besucht wurde, oder?
@Thomas Berger:
Wow, mir ist die Kinnlade runter gefallen, ich bin ja viel zu gutgläubig, als dass ich auf solche Vorgehensweisen kommen würde.
Deine Ausführung ist echt interessant und regt wirklich zum Nachdenken an, wobei ich hier dem Betreiber von PsychoAuction.com in keinster Weise solch ein Vorgehen unterstellen möchte. Aber es ist tragisch, dass es solche Betrugsmaschinerien überhaupt gibt…
@Draven:
Mir gehen echt gerade die Augen über…
Unglaublich, dass so eine Anleitung zum Betrug öffentlich verkauft werden darf!!!
@Phobiophobia:
Interessant, dass jemand der eine falsche E-Mail Adresse hinterlegt hat und anhand der IP Adresse einer Bank zugeordnet werden kann, dieses magische Geldvermehrungskonzept genial findet…
Die Idee ist in der Tat so einfach wie genial, schon fast eines Lehmanns würdig…
Add a CommentVielen Dank für die IP-Hinweise – sehr amüsant, dass Banker und Broker sich für Penny-Auctions so ins Zeug legen. Irgendwie scheint da der Herdentrieb zu spielen? Heerscharen kehren den Finanzmärkten den Rücken zu und suchen eine neue sinnvolle Beschäftigung. Siehe auch den junggebliebenen Broker, der zwar eher schon eine Pfunds-Auktion macht und seine Villa, Aston Martin und eine Luxusboot für 20£ versteigert, 200’000 Lose und dabei einen Gewinn von 2.54 Millionen £ erzielen will. (winanewlife.20min.ch) Wer hätte gedacht, dass das Prinzip “Aussteiger” auch so interpretiert werden kann.
Add a CommentDer Typ macht halt genau das gleiche, was er bei Leeman Brothers auch gemacht hat:
Geld aus riesigen Luftschlössern, die irgendwann allesamt zusammenkrachen!!!
Add a CommentIch wurde soeben darauf Aufmerksam gemacht, dass einige Benutzer in Frage stellen, ob auf PsychoAuction Dummy-Users die Auktionen verzerren. Ich moechte diese Anschludigungen wehemend zurueckweisen. PsychoAuction legt sehr viel Wert darauf, dass die Auktionen ordnungsgemaess ablaufen und Dummy-users wuerden ganz klar gegen unsere allgemeinen Geschaeftsbedingungen verstossen. Alle Benutzer welche bieten, werden von uns ueberprueft und z.T. sogar persoenlich kontaktiert. Dummy-users gibt es bei uns garantiert keine.
Nicolas Dickreuter
Add a CommentCEO
PsychoAuction.com
hab auch mal reingeschaut… unter den “vergangenen auktionen” sind mir user wie “moni” oder “solothurn” aufgefallen, die verdächtig oft dinge gewonnen haben weit unter dem preis… hmm. egal, was solls, ich mache bei dem spielchen nicht mit.
Add a CommentEs gibt in der Tat Leute welche Strategien entwickelt haben, mit welchen sie regelmaessig gewinnen Koennen. Dies hat aber nichts mit “verdächtig” zu tun sondern mit Strategie.
Nicolas Dickreuter
Add a CommentCEO
PsychoAuction ltd
Auf PsychoAuktion.ch kann nun jeder seine eigenen Artikel verkaufen und erhält einen Teil des durch die Gebote entstandenen Erlöses selbst. All diejenigen die es als Abzocke bezeichen, na dann mal los! Nun könnt ihr selbst abzocken.
Add a Comment@dickreuter: Du bist auch noch so unverschämt zu glauben, dass man Deinen letzten Post nicht versteht. Die Abzocke liegt ja schliesslich nicht in den Verkaufspreisen, sondern im Kaufder Gebote. Du gibst dem (privaten-)Verkäufer aber nicht einen Teil des Betrages der gekauften Gebote, sondern lediglich CHF 100.– dazu. Ach Du meine Güte ist das plump.
Add a CommentVielleicht ist das ja schon bald kein Thema mehr. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Personen die sich bei Psychoauction angemeldet haben und in der letzten Zeit einige Veränderungen festgestellt haben.
Unter anderem:
- einige Accounts wurden grundlos und ohne Kommentar oder Begründung geschlossen (wurde auch schon in anderen Blogs thematisiert). Entsprechende Nachfragen werden teilweise gar nicht beantwortet. Auch nachhaken führt nicht immer zum Ziel.
- Überweisungen von Barbeträgen dauern scheinbar wesentlich länger als früher
- die Rahmenbedingungen werden kurzfristig und ohne jegliche Information an die Benutzer geändert
Ist das vielleicht ein Zeichen, dass die Plattform langsam das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hat? Welchen anderen Grund würde es sonst geben die Bedingungen laufend zu ändern, Konten grundlos zu schliessen und Kundenmails nicht zu beantworten?
Add a Commentna, ich weiss nicht. Im Prinzip ist es doch legitim solch ein Auktionssystem anzubieten und jeder der will, kann mitzocken und mit etwas glück mal was gewinnen… ? Stattdessen kann man sich auch einen Lottoschein kaufen, aber dort dürften die Gewinnchancen noch geringer sein… Schade finde ich, dass auf der Website nicht deutlich genug kommuniziert wird, dass es im Prinzip ein Glückspiel ist. So wird sich wohl der eine oder andere reingelegt fühlen. Mein Mitleid erhält er hierfür allerdings nur begrenzt, das hat dann wohl eher etwas mit einer gewissen Lesefaulheit zu tun… Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass dieses Auktionen gesetzlich zulässig sind, solches Zeugs ist wohl vom Lotteriegesetz geregelt und dürfte wohl so nicht zulässig sein.. Wer aber Lust hat, ein bisschen auf einen Ipod oder nen Laptop zu zocken, soll das doch tun….
Staatlich legitimierte Firmen (z.B. Jamba), die mit Klingeltönen und solchem Scheiss kleine Kiddies und deren Eltern abzocken sind in meinen Augen die weitaus grösseren Gauner (und die machen noch viel mehr Kohle). Dass bei Psycho-Auction aber einer Geld verdient, ist unbestritten. Sollte das mit versteckten Dummies allerdings wirklich stattfinden, dann wäre dies wohl schon ziemlich hässlich…
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